Arbeit als niedergelassener Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut (ab 2014)
Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten beim Verein zur Förderung der klinischen Verhaltenstherapie (2011 – 2013)
Studium Lehramt Gymnasium mit den Fächern Schulpsychologie, Englisch und Wirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität (2003 – 2010)
Studium Lehramt Gymnasium mit den Fächern Schulpsychologie, Englisch und Wirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität (2003 – 2010)
Berufsoberschule München (2001 – 2003)
Ausbildung zum staatlich geprüften Bankkaufmann (1998 – 2001)
Realschulabschluss (1998)
Ich habe ein halbes Jahr vor dem Anschlag auf das Münchner Oktoberfest das Licht der Welt erblickt und wurde pünktlich nach der Kernschmelze von Tschernobyl eingeschult. Mit der deutschen Wiedervereinigung besuchte ich zunächst das Gymnasium, musste dieses jedoch aufgrund von pubertätsbedingten Interessenverlagerungen verlassen und machte mehr schlecht als recht den Realschulabschluss, dem eine Ausbildung zum Bankkaufmann folgte. Die Ausbildung bei der Sparkasse fiel mit der Einführung des Euro und mit dem Zusammenbruch des neuen Marktes zusammen. Gelernt habe ich dabei vor allem, welchen Stellenwert Geld hat und was es mit Menschen macht.
Weil ich in diesem Beruf nie glücklich geworden wäre, habe ich mein Abitur auf der BOS Wirtschaft nachgeholt und danach an der LMU Lehramt Gymnasium studiert. Trotz der bestenfalls durchwachsenen Erfahrungen aus der Zeit als Bankkaufmann wählte ich die Fächer Wirtschaft, Englisch und (Schul-)Psychologie, weil ich damit entweder als Lehrer eine Beamtenlaufbahn einschlagen oder doch in die freie Wirtschaft zurückkehren konnte. Die goldenen 90er Jahre des HipHop legten sicherlich auch den Grundstein für mein Anglistikstudium. Diesem geschuldet verbrachte ich die in Deutschland stattfindende Fußball-WM als Assistant Teacher in England.
Mein akademisches Herzblut – wenn man denn jemals davon sprechen konnte – galt jedoch immer der Psychologie. Um mein Studium – und sicherlich auch mein erstes Smartphone – zu finanzieren, gab ich Nachhilfe in fast allen Schulfächern und im Flirten. Denn neben Geld ist Partnerwahl das, was die Welt im Innersten zusammenhält – so sah ich es damals und bin mit einer Mischung aus Neugier, Übermut und auch einem gewissen Geschäftssinn an das Thema herangetreten. Nach dem ersten Staatsexamen begann ich, meine Promotion an der LMU zu dem damals so gut wie unerforschten Thema „Flirtcoaching – ein verhaltenstherapeutisches Manual für heterosexuelle Männer bei der Partnerwahl“ zu schreiben.
Allerdings brach ich diese ab, da ich mich inzwischen trotz vieler anderer Optionen für die Ausbildung zum Verhaltenstherapeuten für Kinder und Jugendliche entschieden hatte – was ich bis heute nicht bereut habe. Als Putin die Krim völkerrechtswidrig annektierte, erfolgte meine Niederlassung in eigener Praxis in der Dorfstr. 1 in Puchheim-Ort. Kurzzeitig begann ich, mich berufspolitisch zu engagieren, um Psychotherapie in Schulen, aber auch anderen Institutionen wie Altenheimen zu etablieren. Die aufsuchende psychotherapeutische Arbeit, die im Lebensumfeld des Patienten stattfindet, hat vielversprechende Vorteile. Doch aufgrund der gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen habe ich dieses Vorhaben aufgeben müssen. Ich arbeite schwerpunktmäßig mit der Altersgruppe 18 bis 21. Diese Personen zu begleiten, halte ich für sehr wichtig. In akuten Krisen und schweren Krankheitsverläufen konnte ich bisher immer einen Therapieplatz anbieten. Altersunabhängig konnte ich immer ein Erstgespräch anbieten oder weitervermitteln.
Was gut angenommen wird, ist ein unregelmäßig stattfindendes Get-together für meine adoleszenten PatientInnen. Bei Rahmenprogrammen wie gemeinschaftlicher Gartenarbeit, handwerklicher Tätigkeit und Kino- oder Theaterbesuchen können sich die PatientInnen untereinander kennenlernen, austauschen und positiv aufeinander einwirken. Im Praxisalltag werde ich von meinen Therapiehündinnen Heidi und Hanna begleitet. Ich hätte früher niemals gedacht, was für positive Effekte Hunde auf uns Menschen haben. So habe ich während der Corona-Pandemie die Ausbildung zum Hundetrainer bei Gaby Kühnel in Olching absolviert und das Gestalten der Beziehung zwischen Mensch und Hund hätte mich fast dazu gebracht, das psychotherapeutische Arbeiten aufzugeben – aber doch nur fast.